FDP Ortsverband Esslingen

Frauen wollen die Macht!

Beitrag zur Esslinger Frauenwoche

Rund 40 Gäste haben sich von dem provokanten Titel zu der Veranstaltung der FDP Esslingen im Rahmen der diesjährigen Frauenwoche locken lassen. In die tollen neuen Räumlichkeiten des Entenmanns war Professor Dr. Markus Müller gekommen, um die Titelthese des Abends mit gestochen scharfem Intellekt zu begründen und nebenbei all jenen Liberalen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die jegliche Quote ablehnen.

Zwar sei auch er durch und durch Liberaler der in erster Linie einen eigenverantwortlichen Mensch anstatt Mann, Frau, Homo- oder Heterosexuellen, Gläubigen oder Atheist sehe, so Professor Müller, solange aber der reale Alltag nicht durchgängig vom humboldtschen Humanismus geprägt sei, müsse man mit der Einteilung in eben jene Kategorien in geeigneter Weise umgehen. Sehr geärgert hat sich Müller über die Berichterstattung von FAZ und SZ zur Ernennung einer Staatsekretärin. Beide Artikel - obwohl einer davon sogar gutmeinend formuliert - reduzierten die Auswahlentscheidung letztlich auf den Umstand, dass die qualifizierteste Person für die Stelle eine Frau gewesen sei, die sich durchsetzen könne. Offenbar sei eine durchsetzungsstarke Frau für manchen noch immer eine Überraschung. Mit dieser Erkenntnis und Blick auf das eigene Erleben in der Arbeitswelt stellt Müller, angelehnt an Hannah Arendt seine Arbeitshypothese auf: Frauen wollen Macht. Während Männer eher in Führungspositionen drängen, um Prestige und Ansehen zu genießen, wollen Frau einen guten Job machen, eben die Macht Führung zu übernehmen. Bislang sei aber das Dominanzverhalten in Bewerbungsprozesses primär prägendes Paradigma, welches sich selbst keiner Überprüfung stellen müsse. Somit käme es systemimmanent zu einer Bevorzugung von Männern.

Müllers Lösung: Eine Quote für Frauen in Führungspositionen und sei es nur auf Zeit, mit dem das Dominanzverhalten als Auswahlkriterium umgangen wird und Frauen endlich die Macht bekommen, einen guten Job zu machen.

Langer Applaus, viel Zustimmung und eine rege Diskussion im Anschluss zeigten: Müller ist mit seiner These auf dem richtigen Weg.